Einkaufsbummel

9. März 2007 um 14:08 | Veröffentlicht in Hamburg, Was weiß ich | Hinterlasse einen Kommentar

Mein zweiter freier Tag nach zwei Monaten harter Arbeit: da kann man sich zur Belohnung durchaus mal einen ausführlichen Einkaufstag gönnen. Nach 5 (!) Stunden war ich dann auch glückliche Besitzerin dreier neuer Kleidungsstücke. Das Abenteuerlichste an dieser Erfahrung – abgesehen vom Erfolgserlebnis – war aber, was man so an Gesprächen von Gruppen kleiner Mädels in einem einschlägigen großen schwedischen Modehaus aufschnappen kann. Zugegeben, dieses suche ich neben den kleinen Bekleidungsgeschäften meines Vertrauens auch regelmäßig auf – zumindest für die einfache Grundausstattung wie z.B. einen schwarzen Pullover, und in einer seiner nicht weniger als vier Filialen in der Hamburger Innenstadt befinden wir uns nun:

Die Mädels, die ich meine, sind nicht älter als 17 und 1:1 den Schaufensterpuppen besagten Modehauses nachgestaltet. An ihnen kann man die aktuellen Trends zuverlässiger ablesen als an den Regalen. Was suchen sie also noch hier? Ich weiß es: Es ist für sie ein gesellschaftliches Ereignis, durch den Laden zu gehen, um zu zeigen, dass sie die heißeste Neuware bereits besitzen, zu kichern und lautstark zu verbreiten, was sie sich niemals, wirklich niemals kaufen würden. Zu zweit oder zu dritt streifen sie durch die Gänge und sagen: „Iiih, guck mal, wer trägt denn so was?“

Zufälligerweise handelt es sich bei den diskutierten Kleidungsstücken immer um solche, die ich von der vorhandenen Auswahl am Annehmbarsten finde. Ein Freundinnenpaar bleibt bei einem lustigen, orangefarbenen Sechziger-Jahre-Kleidchen stehen, eine zupft es von der Stange, hält es sich an und sagt: „Iiih, guck mal, kannst du dir vorstellen, dass jemand sowas anzieht?“ Die andere darauf: „Das geht ja wohl gar nicht!“ Aus einer anderen Ecke des Geschäfts vernehme ich gerade von zwei weiteren modebewussten jungen Dingern: „Allein die Farbe!“ – „Wer trägt denn bitte sowas?“
Ich gehe weiter und gerate außer Hörweite. Nach der Umrundung einiger Kleiderständer sehe ich das erste Zweiergespann wieder: sie sind nicht nur immer noch beim selben Thema, sondern sogar beim selben Kleid: „Also ob man das mit weißen oder mit blauen Schuhen trägt, das rettet doch auch nichts mehr …“ Sie entfernten sich.

In der Accessoire-Abteilung sind sie zu dritt, von der noch etwas rosafarbeneren und glitzernderen Sorte. Sie weisen abwechselnd auf ausliegende Stücke des modischen Zubehörs und sagen „Guck mal, das hab ich auch“ – „Und ich hab die Tasche hier“ – „Und den Schal hab ich in rosa“ … Da hält eine von ihnen plötzlich inne und sagt: „Ey, wir Mädels sind richtig crazy – was wir alles tragen.“

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