Fahrradgeschichten 5 – Antoine überfährt einen Hund und der trägt weniger Schaden davon als ich

14. Mai 2007 um 11:59 | Veröffentlicht in Fahrrad, Hamburg | 3 Kommentare

Einmal heizte ich mit Antoine (meinem Fahrrad) die Stresemannstraße lang. Das ist eine lange Straße in Hamburg mit großzügigem Bürgersteig und Radweg. Letzteres ist in Hamburg übrigens leider die Ausnahme, aber das ist eine andere Geschichte. Ich hole gern alles aus Antoine heraus, wenn ich radfahre, aber ich bin sicher, schneller als 50 fahre ich nie – und das, obwohl ich mal wieder ein bisschen spät dran war.

Wie auch immer: Mit einem Mal kam aus einem Hauseingang ein Hund herausgeschossen, mir direkt vors Vorderrad. Bremsen ging nicht mehr, ich fuhr dem Tier – es war ein Boxer – mitten in die Rippen. Der Boxer bewegte sich kein Stück, nur ich flog in hohem Bogen vom Rad und landete auf dem Bürgersteig.

Mittlerweile war auch der Besitzer mit einem weiteren Hund aus der Tür gekommen, aber ich reagierte gar nicht auf seine Frage, ob mit mir alles in Ordnung sei, denn aufstehen konnte ich gerade, sondern meine erste Sorge galt der Befindlichkeit des Hundes. Aber der schien kaum etwas bemerkt zu haben, sondern guckte nur ein bißchen doof und wedelte fröhlich weiter.

An Schmerzensgeld dachte ich leider gar nicht. Ich dachte an den Hund und an mein armes Fahrrad und mich. Ich trug einige blaue Flecken davon. Antoine auch, aber er hat gar nicht geweint.

Ein paar Tage später, auf dem Heimweg und also auf der anderen Straßenseite, begegnete ich dem Hund, seinem Hundefreund und dem Besitzer der beiden wieder. Der Boxer lief freudig wedelnd auf mich zu und um Antoine herum und strahlte mich an. Ich dachte immer noch nicht an Schmerzensgeld, der Besitzer leider auch nicht, und ich sagte zu dem Hund, er brauche sich keine Mühe zu geben, normalerweise vermeide ich es, Hunde umzunieten.

Moral von der Geschicht’: Es ist weniger gefährlich, betrunken Fahrrad zu fahren als mit einem Hund im Vorderrad.

* * * * * * * * *

Noch mehr Fahrradgeschichten: Eins, zwei, drei und vier.

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3 Kommentare »

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  1. Da habt Ihr nochmal Glück gehabt – Du, Antoine und der Köter.

  2. Ach so, ladykinkling, Sie haben auch noch einen eigenen Bloq. Ich bin da eben erst drauf gestoßen. Außerdem besitzen Sie ein Fahrrad und relativ schöne Schuhe, wenn ich das als Mann beurteilen kann. (Ich glaube schon.)Ich kann – und will den gesamten Bloq jetzt nicht auf einmal lesen. Ich habe übrigens manchmal Angst vor Hunden, bin aber auch leidenschaftlicher Radfahrer, allerdings selten in Hamburg.

  3. ad Grenzquell: danke; und es war wirklich nicht angenehm, dieses Hundeerlebnis. Stehe ich doch sonst Hunden einigermaßen wohlwollend gegenüber.


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