Wie man wissenschaftliche Abschlussarbeiten verfasst

29. Juni 2007 um 22:17 | Veröffentlicht in Herübergehört, Sprache, Was weiß ich | 4 Kommentare

Der Gutachter meiner Magisterarbeit schickt mich zu dem Professor des Instituts, der am zweitmeisten zu tun hat, um ihn zu fragen, ob er mein Zweitgutachter sein wolle. Dem liege mein Thema ebenfalls.
Soviel hat der um die Ohren, dass er trotz Kooperation mit meinem Prüfer Zweitgutachten ablehnt; es heißt also hoffen und beten, dass er meinem Ersuchen nachkomme.
Nach der üblichen Wartezeit im Flur vor der Sprechstunde hört er sich mein Anliegen an. Seine Zeit reicht nicht aus, mich ausreden zu lassen, aber als er die Worte „Pop“ und „sechziger Jahre“ hört, sagt er schon: „Dann mach ich das. Wenn’s jetzt Shakespeare gewesen wäre, hätte ich Sie zu jemand anderem geschickt.“


* * * * * * * * *

Beim Scheinezusammensammeln fällt mir plötzlich auf, dass auf drei von ihnen noch der Stempel fehlt. Ich hab die Scheine schon seit Jahren. Ich gehe also zum Geschäftszimmer und sage: „Ich stellte fest, dass auf ein paar Scheinen…“ Da sagt die Dame schon: „Kein Problem, stempel ich die. Zack – “ (sie stempelt), „Zack, zack.“

* * * * * * * * *

Dann sitze ich mal wieder im Flur und warte auf die Sprechstunde meines Prüfers. Es sind noch ein paar Minuten, bevor es losgeht. Er kommt aus seinem Büro, um noch einmal kurz wegzugehen, und sagt zu uns Wartenden, wir müssen uns noch grade gedulden, er müsse noch etwas erlegen. – „Äh, erledigen. Und drinnen ist noch ein Kollege.“

Schließlich selbst drinnen, frage ich ihn, ob Interviews in meiner Arbeit wohl angebracht seien.
„Ja“, sagt er, und erklärt mir, wie ich am besten vorgehe. „Das ist bestimmt spannend“, sagt er.
„Ich hoffe!“, sage ich.
„Langweilige Arbeiten lese ich nicht“, sagt er.

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4 Kommentare »

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  1. Auf daß Du weiterhin vom Glück verfolgt (und oft genug auch eingeholt) seist! Verstand hast Du ja schon selber genug.

  2. Na dann viel Erfolg. Ich geben nächsten Donnerstag ab. Leitfadeninterviews, qualitative und quantitative Inhaltsnalayse. Hab ich endlich alles hinter mir. Ich kanns nicht mehr sehen. 🙂 Ich wünsch dir nen langen Atem!

  3. Vielen Dank! Brauch ich auch. Die Vorbereitung krieg ich grade noch hin. Hoffentlich klappt das auch mit dem Schreiben …

  4. hej ich drück dir auch die daumen. scheint bei dir deutlich reibungsloser zu laufen als bei mir, die ich von zimmer zu zimmer hetze um schein nach schein abzuliefern, die entsetzt reagieren musste, als nach geschriebenem konzept mein prof das thema umwarf…

    ich drück die daumen..

    lieben gruss, die deeli


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