Wie man wissenschaftlich arbeitet

4. Juli 2007 um 22:01 | Veröffentlicht in Was weiß ich | 2 Kommentare

Ich habe in den letzten Wochen – wie schon so oft während des Studiums – viel Zeit damit verbracht, in Universitätsfluren auf dem Boden, selten auch auf einer Bank zu sitzen und darauf zu warten, die Sprechstunde verschiedener Professoren in Anspruch zu nehmen, denn nächste Woche will ich mich zur Prüfung melden. Selbst bei den Dozenten, die eine Liste an der Tür hängen haben, auf die man sich für 16:05 Uhr eintragen kann, muß man mit Wartezeiten von mindestens einer halben Stunde rechnen. Die, die keine Anmeldungen annehmen, tun das nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil es keinen Zweck hat. Es kommen eh immer andere Studenten, als die, die auf der Liste stehen, und eine Besprechung wird nie fünf oder zehn Minuten dauern, sondern entweder vier oder zweiunddreißig. Und die Professoren, die Anmeldungen annehmen, nehmen dann doch der Reihe nach dran.


Nach den ersten Terminen um die Magisterarbeit herum sind nun die Prüfer für die Nebenfächer dran. Zunächst saß ich in sprach- und kulturwissenschaftlichen Fluren. Alle anderen, die mit mir vor der Tür saßen, verbrachten die Wartezeit damit, ihre Berge an kopierten wissenschaftlichen Texten oder einen Stapel Bücher aus der Bibliothek auszupacken und sich darin zu vertiefen. Ich kann auf Flurböden nicht wissenschaftlich arbeiten. Ich kam mir sehr unwissenschaftlich vor mit meinem Kreuzworträtsel aus dem ZEIT-Magazin und befürchtete, jeden Moment angesprochen zu werden: „Was! Du hast Zeit für Rätsel?“

Heute saß ich in einem erziehungswissenschaftlichen Flur. Die Wartenden hörten Musik oder starrten vor sich hin. Ich packte meinen wissenschaftlichen Text aus und schrieb heimlich in meinen Kalender, einen Artikel auf Englisch natürlich.

* * * * * * * * *

Und wie man wissenschaftliche Abschlussarbeiten verfasst? So.

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2 Kommentare »

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  1. Mach weiter Rätsel ! Das klingt schon schwachsinnig, auf dem Flur intensiv in Texte einzusteigen. Ich finde durchblättern, sichten und querlesen ohne große Ansprüche ist ehrlich, aber sich vertiefen … das kann nur bei wenigen Ausnahmetalenten klappen.

  2. Vielleicht ist Lady Kinkling ja eines der wenigen Ausnahmetalente! Ich halts durchaus für möglich.


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