„Alt for Norge“

1. August 2007 um 18:50 | Veröffentlicht in Starstruck, Städtereisen | Hinterlasse einen Kommentar

Gestern stieß zufällig auf die Königskinder-Dokureihe des ZDFs. Ein Segen! Denn diesmal ging es um Haakon und Mette-Marit von Norwegen. Eine so rührende Geschichte. Sicher ist bekannt, daß Mette-Marit nicht nur eine „zwielichtige“ Vergangenheit, sondern auch ein uneheliches Kind hatte, was ihr lange zum Vorwurf gemacht wurde, obwohl es doch, wenn nicht gerade in einem Königshaus, das Normalste von der Welt ist. Und dann lebten die beiden zunächst auch noch in „wilder Ehe“ zusammen. Immerhin, der Vater von Prinz Haakon, Harald V., König von Norwegen, durfte schon in den sechziger Jahren eine „Bürgerliche“ heiraten, nämlich Königin Sonja. Die wiederum setzte sich wegen ihrer eigenen schmerzlichen Erinnerung daran, wie schwer es ihr seinerzeit gemacht wurde, für Mette-Marit ein. Da könnte sich das englische Königshaus mal was abgucken. Neuerdings dürfen in Norwegen sogar weibliche Nachkommen die Thronfolge antreten.

Haakon jedenfalls studierte zwischenzeitlich in den USA, weil er noch gar nicht wußte, was er für ein Mensch ist. Erst dort fand er heraus, wie er eigentlich auf andere wirkte, die nicht gleich wissen, „wer er ist“.

Was ich weiterhin erstaunlich fand, ist, daß, als Mette-Marit ohnehin schon unter dem Druck der Öffentlichkeit und der ständigen Verfolgung durch Fotografen litt, ihr eigener Vater, mittlerweile Alkoholiker und Arbeitsloser (so hieß es in der Dokumentation), Kinderfotos von ihr verkaufte und der Presse alles aus ihrer Jugend erzählte, was er von ihr wußte, um damit Geld zu machen. Zum Glück versöhnten sich die beiden wieder, bevor der Vater dieses Jahr traurigerweise starb.
(Nachtrag im August 2007: Traurige Geschichte, doch mittlerweile las ich, dass ihn Journalisten so lange drangsalierten, bis er mit den Details herausrückte. Auch erfuhren sie zuerst davon, dass er erneut Großvater geworden war, weil sie ihm sein Mobiltelefon abgenommen hatten. Nachzulesen ist das in dem in diesem Jahr erschienenen Buch „Ein ganz gewöhnlicher Tag im Job“ von Havard Melnaes.)

Mette-Marit sprach sich drei Tage vor ihrer Hochzeit mit Haakon im Jahre 2001 unter Tränen von ihrer Vergangenheit los, und als die beiden schließlich heirateten, weinten nicht nur sie, sondern die ganze Kirche: so bewegend war diese mühevoll erkämpfte Trauung. Selbst die Monarchiegegner saßen alle da und heulten. Mittlerweile finden die Norweger Haakon und Mette-Marit super, akzeptieren alleinerziehende Mütter mehr denn je und das Kronprinzenpaar hat mittels zweier gemeinsamer zuckersüßer Kinder die Thronfolge gesichert. Alles ist gut.

Und Harald V. und Kronprinz Haakon stehen als Urenkel bzw. Ururenkel von Edward VII. von England an 61. und 62. Stelle der britischen Thronfolge.


Das Königliche Schloss in Oslo

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