Fahrradgeschichten 15 – Antoine freundet sich mit einem Busfahrer an

7. August 2007 um 0:03 | Veröffentlicht in Fahrrad, Hamburg | 5 Kommentare

Gestern – an einem Sonntag also – standen Antoine und ich wartend an einer Ampel, als sich von links ein Bus näherte. Es war ein wunderschöner Tag, strahlend blauer Himmel, warm und sonnig. In dem Bus waren keine Fahrgäste, und der Busfahrer fuhr mit offener Vordertür und hatte laute Musik an. Das fand ich so nett, daß ich unvermittelt lachte. Der Busfahrer, ein älterer Mann mit grauen Locken, lachte auch.

Danach freute er sich, glaube ich, nicht mehr so, denn nachdem für alle die Ampeln grün gewesen waren, schlugen der Bus und Antoine die gleiche Straße ein. Auf der mochte ich den Radweg nicht benutzen, da er so lumpig und holprig ist – wie übrigens viele Radwege in Hamburg, aber das nur nebenher. Ich fuhr zwar in einem Affentempo, aber der Bus blieb die ganze Zeit direkt hinter mir. Mangels Passagiere mußte er auch an keiner der Unterwegshaltestellen (ein Wort aus der Bahnsprache) anhalten. Da es für mich keine Möglichkeit gab, Platz zu machen, bekam ich schon ein schlechtes Gewissen und fragte mich, wie ich mich da so abhetzte, ob es Busfahrern grundsätzlich verboten sei, Radfahrer zu überholen. Irgendwann standen wir doch noch einmal nebeneinander an einer Ampel, und der Busfahrer rief mir zu: „Ich hätt dich ja auch ein Stück mitnehmen können!“

Natürlich wähle ich gerade bei so wunderbarem Wetter und für weitere Strecken nicht zufällig meinen Antoine als Fortbewegungsmittel. Deswegen rief ich zurück: „Bei dem schönen Wetter!“ oder so ähnlich. Ich weiß nicht, ob der Busfahrer das verstanden hat, ich wollte das Busfahren auch nicht im Allgemeinen abwerten, aber als wir erneut auf gleicher Höhe waren und ich dem Busfahrer zum Abschied winken wollte, hatte er die Tür geschlossen und sauste davon.

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Übrigens spiele ich seit diesem Tag ernsthaft mit dem Gedanken, Antoine mit einem Tacho & Kilometerzähler auszustatten.

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Frühere Fahrradgeschichten:
Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn, elf, zwölf, dreizehn, vierzehn

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5 Kommentare »

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  1. dann hast du ja bei dem schönen Wetter heut noch ausreichend Gelegenheit dich mit den vielen anderen Busfahrer/innen der Stadt anzufreunden. heut Abend soll’s aber geweittern. Also, lieber den Bus nehmen

  2. Eine nette Geschichte, von der ich hoffe, daß sie von vielen Radfahrern und Busfahrern gelesen wird! (Gern auch von einigen notorisch unfreundlichen Busfahrern Berlins – als Anreiz.)

  3. […] ist es auch mal ganz nett, Alltagsanekdoten von anderen zu lesen. Kennt zum Beispiel jemand die Geschichten vom Fahrrad Antoine? Wunderbare Lektüre. Rund 100 000 weitere Weblogs sind bestenfalls öffentlich einsehbare und […]

  4. Oh ha ! Antoine meets Leistungssport !;-) Aber die Cyclassics sind ja erstmal vorbei. Wenn schon Radromputer, dann würde ich einen nehmen, den man auf- und abstecken kann, wegen der Diebstahlsicherheit. Mein (namenloses) Rennrad bevorzugt den Sigma Sport BC 1200, alle anderen tun es aber auch !

  5. Eh Grenzquell, Du kannst mir das doch bestimmt sagen: Wenn ich so nen simples Ding habe, wo man den Raddurchmesser eingeben muß. Muß ich dann nicht messen, wo der Sensor hängt und das einstellen? Sonst denkt der Computer doch, das Rad sei kleiner, oder nicht?

    ?


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