Fahrradgeschichten 17 – Antoine wird mal wieder angepflaumt

25. September 2007 um 18:50 | Veröffentlicht in Fahrrad | 2 Kommentare

Auch wenn Antoine ja nicht immer alles richtig macht, halte ich ihn für ein vorbildliches Fahrrad. Wenn er irgendjemandem trotz allen Vermeidungsbemühungen in die Quere kommt, entschuldigt er sich, und immerhin kennt er die Verkehrsregeln.

Das kann man ja nun nicht gerade von allen zweirädrigen, unmotorisierten Verkehrsteilnehmern behaupten. Unlängst fuhren Antoine und ich auf dem Fahrradweg – natürlich auf der richtigen Straßenseite -, als uns ein beradhelmter Familienvater mit seinem auf dem Gepäckträger festgezurrten Kind entgegenkam – er also auf der falschen Seite. Und da schimpft er Antoine und seine Fahrerin (das bin ich) an, daß wir keinen Platz machen. Halb so schlimm, wenn man einen Zusammenstoß verhindert und zurückschimpft, daß der Herr es ist, der auf der falschen Seite fährt und damit den Verkehrsfluß behindert.

Doch zuweilen kann einem eine solche Begegnung mit uneinsichtigen Radfahrkollegen zumindest vorübergehend ziemlich die Stimmung verderben, gerade wenn es sich um die erste Kommunikation mit einer fremden Person des Tages handelt. So fuhr Antoine also heute morgen eine Straße entlang, die auf eine kleine Kreuzung zuführte. Antoine hatte bereits gebremst, bewegte sich in Zeitlupentempo vorwärts und kam kurz vor dem kreuzenden Fahrradweg zu stehen. Auf dem überquerte gleichzeitig eine Radfahrerin die Kreuzung, von links nach rechts, nicht zu langsam, nicht zu schnell: Alles gut. Antoine stand bereits still, als wir auf gleicher Höhe waren. Und da brüllte die Frau ihn plötzlich ausgesprochen aufgebracht und unwirsch an: „Können Sie nicht stehenbleiben!! Ich will hier noch vorbei!!“

Das ist nicht schön, besonders nicht früh am Morgen. Antoine, in bester Absicht und betroffen von der groben, völlig unangebrachten Kontaktaufnahme, rief ihr hinterher, daß er ja wohl stehengeblieben sei. Antoine mag nicht grundlos angeschrien werden. Trotzdem: Die Frau wird es aus irgendeinem Grund nicht glauben. Sie schüttelte den Kopf und schimpfte vor sich her. Und wird sie gar zu Hause erzählen, wie rücksichtslos die Radfahrer manchmal sind?

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2 Kommentare »

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  1. Als Radfahrer muß man hart im Nehmen sein. Eine meiner verblüffendsten Geschichten dieser Art: Ich stehe (vielmehr sitze auf meinem namenlosen Fahrrad) bei Rot vorne an der Ampel. Links neben mir steht ein Auto mit der blinkend angezeigten Absicht, nach rechts zu biegen. Ich nehme mit dem Fahrer Blickkontakt auf und signalisiere meine Absicht, geradeaus zu fahren. Er nickt, es wird grün, wir fahren beide los, er biegt ab, hupt und flucht, kurbelt das Fenster herunter: ob ich wahnsinnig sei, ihm die Vorfahrt wegzunehmen.

  2. da hilft nur weiterhin zurückpöbeln, bis endliche alle wissen, ob in Deutschland Links- oder Rechtsverkehr herrscht


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