Fahrradgeschichten 23 – Antoine in den Fängen der Polizei

7. Juni 2008 um 17:44 | Veröffentlicht in Fahrrad | 5 Kommentare
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Bevor ich am Weg kurz hielt, um in einem Drogeriemarkt ein paar Dinge zu besorgen, stellte ich Antoine – klar – auf dem Bürgersteig ab.

Als ich wieder herauskam, suchte ich ihn an der Mülltonne, an der ich ihn abgestellt hatte – und er war weg. Wenige Meter entfernt erblickte ich ihn dann in den Armen eines Polizisten. Nun ist es nicht Antoines erste Erfahrung mit der Polizei, doch diesmal war es für mich völlig unersichtlich, weshalb Antoine fortgetragen wurde.

Ich folgte dem Antoine tragenden Polizisten unauffällig, doch ein paar Schritte weiter stellte er mein Fahrrad schon wieder ab. Es war ein breiter Bürgersteig, an dessen Rand sich ein paar Parkplätze befinden, doch weder stand Antoine auf einem solchen noch stand er irgendjemand anderem im Weg noch näherte sich irgendetwas, dem er hätte im Weg stehen können. Die Polizisten beachteten mich nicht, wie ich Antoine sattelte und aufschloß, denn sie waren schon damit beschäftigt, zu zweit mit einem Motorrad ein ähnliches Vorhaben umzusetzen.

Wozu? Sortieren sie in der Innenstadt Zweiräder in einem bestimmten Abstand zueinander? Hat die Sache überhaupt Methode? Tun sie das, um einen geschäftigen Eindruck zu machen? Armen Fahrradbesitzerinnen einen Schrecken einzujagen?

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5 Kommentare »

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  1. Ich vermute, es ist grundsätzlich verboten, Fahrräder an Mülltonnen abzustellen, damit die Müllmänner nicht ständig Fahrräder bewegen müssen. Dies Verbot gilt auch zu Zeiten, da die Müllabfuhr nicht kommt, und wird, da Räder umstellen eine leichte und doch auffällige Betätigung ist, gern von Polizisten ernst genommen, die dann den Eindruck sinnvoller Betätigung mühelos erwecken können.
    Es kann natürlich auch ganz anders sein. Vielleicht wurde in der Mülltonne, an der Antoine stand, eine Bombe oder eine Leiche oder Falschgeld vermutet.

  2. ad Claudia: Vielen Dank für die ausführliche Aufklärung; es handelt sich jedoch um eine rhetorische Mülltonne. Ich hatte das Fahrrad neben irgendetwas, von dem ich nicht mehr genau sagen kann, was es war, abgestellt.

  3. Ich sollte öfter herkommen – ganze zwei Tage des kurzen Lebens ist mir durch meine Trägheit der Ausdruck „rhetorische Mülltonne“ verborgen geblieben! – Aber irgendetwas ist ja wirklich hoch brisant, frag Herrn Schäuble, also an irgendetwas darf man ja nun überhaupt nichts stellen.

  4. Das ist nicht so schlimm. Bei uns im Schorenwald geht regelmässig der Bäumler Manfred um und stellt die ganzen Bäume um. Das ist besonders dann ärgerlich, wenn Du gerade Dein Mähdrescher an einem solchen festgebunden hast um eine Brotzeit einzunehmen. Liebe Grüsse an Antoine

  5. Sporttreibende, fahrradschleppende, bürgerfreundliche, Motorrad versetzende, keinen Strafzettel schreibende Polizisten.

    Wo gibt es denn sowas?


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