Fahrradgeschichten 37 – Fahrradalpträume

22. April 2009 um 15:36 | Veröffentlicht in Fahrrad, Sprache | 1 Kommentar
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Heute hat Johnny Thunders Rückspiegel zum ersten Mal Regen gesehen. Nach unzähligen Sonnentagen stand das arme Rad auch noch draußen. Naja. So schlimm war das auch nicht. Habe es hinterher natürlich ordentlich mit einem Tuch abgerubbelt. Ähem.
Das war aber noch nicht der Alptraum*. Ich hatte in letzter Zeit sogar ganze zwei echte Johnny-Thunder-Alpträume. In dem ersten war der Lenker winzig klein. Und die Griffe knickten immer ab. Ich heizte über die Straßen und konnte mich nicht richtig festhalten. Das war doof.
Ein paar Nächte später träumte ich, daß ich J.T. mit einem Tuch saubermachen wollte (Oje, ich träume vom Fahrradputzen. So weit ist es schon.). Ebenjenes Tuch fand ich in einer Garage, aber es war Scheuermilch daran gewesen. Davon ging der ganze Lack kaputt. O Schreck.
In einem noch anderen Traum war ich mit Monsieur in einer fremden Stadt und wir hatten Fahrräder ausgeliehen. Seines war zufällig genau das gleiche wie J.T. Dann hat er es am hinteren Schutzblech kaputtgefahren. Das war mir aber egal. War ja nicht meins. Hihi.

Ach je. Sowas Närrisches …

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*Es heißt übrigens wirklich Alpträume. Die Albe/Alpe, eine Art böse Elfen, Nachtmahre, die sich in der Brust des Schlafenden festsetzen, schreibt man schon seit ca. 800 Jahren mit p. Seit (!) der jüngsten Rechtschreibreform ist auch Albtraum mit b erlaubt.
Übrigens schrieb man auch das Wort Alp=Hochweide, von dem auch die Alpen abstammen, im Althochdeutschen noch mit b. Auslautverhärtung und so.

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Ältere Fahrradgeschichten: eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn, elf, zwölf, dreizehn, vierzehn, fünfzehn, sechzehn, siebzehn, achtzehn, neunzehn, zwanzig, einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig, vierundzwanzig, fünfundzwanzig, sechsundzwanzig, siebenundzwanzig, achtundzwanzig, neunundzwanzig, dreißig, einunddreißig, zweiunddreißig, dreiunddreißig, vierunddreißig, fünfunddreißig, sechsunddreißig

Here comes the sun

16. März 2009 um 13:51 | Veröffentlicht in Frühling, Sprache | Hinterlasse einen Kommentar
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An der Alster blühen die ersten Kroken. Wie schön. Sieht schonmal viel besser aus als noch vor zwei Wochen.

Ich weiß, es heißt richtig „Krokūs“ oder wenigstens „Krokusse“.

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It feels like years since it’s been here

31. Mai 2008 um 20:21 | Veröffentlicht in Sprache | Hinterlasse einen Kommentar

Gerade bemerkte ich zufällig, was auf meiner Klebstoffflasche einer bekannten Klebstoffirma* steht:

„…, geruchsneutral, kalt auswaschbar, leicht von der Hand abribbelbar, …“

Wie sollte man anders nennen, womit man nach dem Kleben beschäftigt ist: ihn von den Händen abzuribbeln.

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*Alte Rechtschreibung; einmal drei f, einmal zwei f.

Ruf deine Nummer auf meiner Wand an

2. Mai 2008 um 23:17 | Veröffentlicht in Beat Beat Beat, Sprache | Hinterlasse einen Kommentar
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Heute war ich doof und vergaß den Schlüssel zu Hause, und während ich mir mit einem kleinen Spaziergang im Stadtpark die Zeit vertrieb, solange ich auf den zuvor alarmierten Liebsten wartete, hatte ich eine Erhellung.

Es kommt ja hier und da vor, daß man Liedtexte falsch versteht. Wenn man einmal einen Text falsch verstanden hat, graben sich die falschen Wörter zuweilen über Jahre hinweg so tief im Kopf ein, daß es immer schwieriger wird, im Text einen Sinn – am besten den richtigen – zu erkennen. Axel Hacke singt Lieder davon.

Als Kind passierte mir das wohl häufiger, als ich mich später erinnerte. In dem rührigen Lied „Mamatschi“ von Heintje, von dem ich zugeben muß, mit neun Jahren ein Fan gewesen zu sein, wünscht er sich ein Pferdchen: „Ein Pferdchen wär mein Paradies.“ Ich verstand: „Ein Pferdchen, wer mein Fahrrad ist.“ Dafür hatte ich irgendwie Verständnis, denn mein Fahrrad mochte ich schon immer gern. Natürlich zerbrach ich mir den Kopf über den Satzbau. Und als dann mit einem Mal das „Paradies“ seinen Weg ins eigene Verständnis bahnte, kam das einer Eingebung gleich.

Damit ist es aber noch nicht zu Ende. Denn obwohl einem ein Geistesfunke den Wortlaut eingab, versteht der Kopf weiterhin, was er immer tat. So höre ich in dem Who-Lied „Don’t look away“ noch immer „There’s a storm in my shoe, so I can’t get you“. Es heißt selbstverständlich „There’s a stone in my shoe“. Aber der Sturm im Schuh ist doch eigentlich eine viel bessere Ausrede.

Nun, bei meinem heutigen Spaziergang hörte ich die Beatles-Platte „Rubber Soul“, und auch dort gibt es in dem Lied „If I needed someone“ eine Zeile, die für mich eines der unlösbaren Rätsel darstellte, die sich im Leben so ansammeln: „Call your number on my wall, and maybe you will get a call from me …“ Ich könnte schwören, daß es seinerzeit so auch im Beatles-Songbook stand, und dachte damals, es sei vielleicht irgendeine Redewendung, die keiner kennt. Aber heute im Park verstand ich es plötzlich: „Carve your number on my wall“ – und mit einem Mal ergibt alles einen Sinn.

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Am Wegesrand unter einem Baum fand ich einen Zettel, auf dem stand: „My best friend are you“. Süß irgendwie.

„Lesen Sie noch ermäßigt?“

16. April 2008 um 14:02 | Veröffentlicht in Sprache, Was weiß ich | 2 Kommentare
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… wurde ich heute in der Stadtbibliothek gefragt, als ich meinen Büchereiausweis verlängern wollte. Tatsächlich erhalte ich wegen Studentinseins eine nicht unerhebliche Ermäßigung auf die Jahresnutzungsgebühr. Das ermäßigte Lesen hatte sich bislang bei der Lektüre glücklicherweise nicht bemerkbar gemacht.

Lady-kinkling møter Lars S. Christensen

20. November 2007 um 0:56 | Veröffentlicht in Sprache, Starstruck | 1 Kommentar
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Vorige Woche waren im Hamburger Literaturhaus Nordische Literaturtage, wie ich zufällig einem Plakat an der U-Bahn-Station entnahm, und … mein Lieblingsschriftsteller Lars Saabye Christensen sollte auch dort lesen! Ein Traum, begleitete mich doch eines seiner Bücher während meiner ganze Jugend. Ich kaufte sofort eine Karte und legte mir einen norwegischen Satz zurecht, um ihm zu sagen, wie toll ich sein Buch fand. Continue Reading Lady-kinkling møter Lars S. Christensen…

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